TEEPAVILLON

Hochqualitative Tee Erzeugnisse aus Taiwan

Wissenswertes


1. Oolong Tee

Ist Oolong Tee eigentlich Grüntee?

Jein!

Aus europäischer Sicht könnte man fast alle Teeprodukte, außer Schwarztee, Grüntee nennen. Die chinesischen Teetrinker hingegen unterscheiden aufgrund der Farbtöne zwischen sechs Kategorien: Grün, Weiß, Blaugrün, Rot, Schwarz und Gelb. Der Oolong Tee wird demnach als „blaugrüner“ Tee (Ching Cha bzw. Qing Cha) bezeichnet.


In welcher Beziehung stehen die sechs chinesischen Kategorien zu den Teesorten?

Chinesen benennen seit jeher die Teesorten nach der Farbe des Aufgusses, wobei die einzelnen Farbtöne durch eine unterschiedliche Verarbeitung zustande kommen.

  1. Grün (Lü Cha): 0 % Fermentation, Geschmack nach Gras oder Algen
  2. Weiß (Bai Cha): 10 % Fermentation, Geschmack nach Kirschblüten, meistens weiß behaart
  3. Blaugrün (Ching Cha): 20~70 % Fermentation, Geschmack nach reifen Früchten, Nüssen,onig; wie z. B. der Oolong Tee
  4. Rot (Hong Cha): ca. 100 % Fermentation, der "Schwarztee" in Deutschland oder der "Black Tea" in Englisch
  5. Schwarz (Hee Cha): ca. 100 % Nachfermentation, Geschmack nach getrockneten Aprikosen, erdig, Pu Er Tee zählt zu den bekanntesten Tees dieser Sorte.
  6. Gelb (Huang Cha): 10~20 % Nachfermentation, Geschmack nach Früchten
Tee

Was bedeutet "Oolong"?

Im Chinesischen bedeutet "Oolong (Oo-Long)" (auch "Wu-long" geschrieben) „schwarzer Drache“. Der Ursprung dieser Bezeichnung ist umstritten, den Legenden zufolge erhielt der Oolong Tee seinen Namen:

  1. Nach einer schwarzen Schlange (= kleiner Drache), die den Urteebaum bewohnte;
  2. zum Andenken an dessen Entdecker namens „Oolong“;
  3. nach dem Fundort „Oolong“.


Wie lange kann man die Tees denn zu Hause aufbewahren?

Das hängt von den Bedingungen bei Ihnen zu Hause ab. Folgende Punkte sind zu beachten:

- Schutz vor Oxidation: Verwenden Sie Vakuum-Verpackungen, dichte Behälter, mindestens jedoch Gummibänder oder Kuchenklammern. (Siehe unser Angebot für Zubehör bald!)
- Schutz vor Licht: Verwenden Sie Teedosen oder z. B. undurchsichtige Verpackungen wie auch die Folientüte von Teepavillon, sei es Vakuum oder nicht.
- Schutz vor Feuchtigkeit: Vakuum-Verpackungen, trockene Lagerung. Der Kühlschrank ist zwar mit der Kühlung sehr gut gegen Alterung bzw. Oxidation von besonders blumig-grünen Hochlandtees, aber es kann leicht Feuchtigkeit eindringen. Außerdem sollte man die Teeblätter nicht mit der Hand, sondern mit dem Teelöffel aus der Packung herausnehmen.

Wird der Tee nur langsam verbraucht und ist er nicht optimal geschützt, sollte man nicht mehr als 300 g, höchstens 600 g Tee gleichzeitig geöffnet haben. Die Haltbarkeitsdauer ist von Tee zu Tee unterschiedlich. Weniger geröstete Sorten halten nicht so lange, stärker geröstete Sorten halten, bei gleichen Lagerbedingungen, länger. In Taiwan, wo die Luftfeuchtigkeit oft zwischen 60-90 % liegt, bedürfen gute Isolierbehälter der Feuchtigkeit und Hitze, die schnell über 28 °C und gar 38 °C steigt.

Meine sehr blumigen Teepavillon Tees lasse ich ungern länger als sechs Monate geöffnet stehen. Sie lagern in meinem Küchenschrank oder einer kühlen Ecke in meinen Vakuum-Tee-Dosen. Lieber verbrauche ich sie so schnell wie möglich, aber mit vollem Genuss. Geröstete Sorten schmecken mir, bei gleichen Voraussetzungen, noch nach 9-12 Monaten relativ gut.

Ein ungeöffneter Tee behält seinen Geschmack mindestens ca. anderthalb bis zweieinhalb Jahre, je nach Sorte (blumig bis stark fermentiert). Aus diesen Gründen habe ich höchstens drei Sorten Tee gleichzeitig offen, die jeweils unter 300 g wiegen. Wie gesagt, es hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, und deswegen kann man nur Richtwerte angeben.


Welche Tees sind zusätzlich zur Fermentation auch noch geröstet?

Fast alle Tees bei Teepavillon werden mehr oder weniger (an)geröstet. Dadurch wird der grasige Geschmack, wie Grüntee ihn hat, enorm reduziert, und der Geschmack als Oolong typisch aufgewertet.

Die Frage dabei ist nur, "wie stark" ein Tee geröstet wird. Wenn das "Backen" oder "Rösten" allein zur Verfeinerung dient, dann geben wir das in der Regel nicht extra in der Produktbeschreibung an. Wenn es aber die wesentliche Eigenschaft des jeweiligen Tees vorteilhaft beeinflusst, dann wird es deutlich erwähnt, wie z. B. bei "A Li Shan Oolong", "Li Shan Oolong" oder "Dong Ding Oolong medium geröstet", „10 Jahre gelagerter Lao Cha“ etc.


Wann gibt es neue Ernten? Was soll ich bestellen?

Wir bekommen jedes Jahr zwei Haupternten in Taiwan, sprich jeweils Ende Mai und Ende Dezember für die meisten beliebten Teesorten, einhergehend mit Auszeichnungen bei einigen saisontypischen Wettbewerben in Fachkreisen.

Die Produkte aus den „Nebensaisons“ (Sommer, Herbst) werden in Taiwan weniger geschätzt und oft für niedrige Preise für Teebeutel oder die Getränkeindustrie verarbeitet, wobei die diversen Formosa Schwarztee und stark fermentierten Formosa Oolong Ausnahmen sindund in Taiwan wie in Übersee extrem hohe Marktpreise erzielen können.

Bei Interesse können Sie bei uns anfragen, oder Sie finden die entsprechenden Artikel in unserem Online Shop gern selbst. Es ist immer ratsam, am Anfang kleine Probepackungen für die in Frage kommenden Teeprodukte zu kaufen, welche Ihnen erst einmal interessant und gleichzeitig fremd erscheinen mögen. Sicher finden Sie aber Ihre Lieblingssorte unter den verschiedenen Tee allmählich.


Chinesische Namen von Personen haben oft sehr schöne Bedeutungen.
Tragen die Teebezeichnungen (A Li Shan, Li Shan usw.) auch schöne Bedeutungen in sich?

A Li Shan (auch Alishan) = der A Li Berg. A Li hieß ein mutiger, kühner Jäger-Häuptling vom Stamm "Tsao" in den Mittelgebirgen Taiwans, der nach der Legende des Ortes vor etwa 250 Jahren lebte.

"A Li Shan Oolong" wurde nach ihm benannt und besteht eigentlich aus 15 Bergen mit einer Durchschnittstemperatur von 3-10,7 Grad Celsius. Dies ist ein besonders günstiges Klima für den Anbau der exklusiven "Hochland Oolongs". Da die Anbaufläche in diesem Gebirge sehr gering ist, erreichen die Tees auf dem heimischen Markt unglaublich hohe Preise.

Auch andere Hochland-Teesorten sind nach ihren Anbauorten benannt: Tsue Feng, Li Shan, Shan Lin Shi, Dong Ding, Lu Gu etc. Tees, die nicht von besonderen Anbauorten stammen, werden üblicherweise lediglich nach ihren Sorten, wie z. B. Jin Hsuan Oolong oder Si Chi Chun, als Unterscheidung genannt.

Den meisten erhältlichen Tees werden entweder traditionelle Produktnamen aus der Geschichte zugeordnet oder sie sind nach besonderen Verarbeitungstechniken benannt, wie zum Beispiel der Grüntee "Pi Luo Chun" (verdankt diesen Namen einem Kaiser), der "Dong Fang Mei Ren (eng. Oriental Beauty) bedeutet "Schönheit des Ostens" und ist ein sehr stark fermentierter Sommertee, ein "Hong Cha" (roter Tee) oder "Schwarztee" nach europäischem Verständnis.

Oder aber der "Dong Ding Oolong" erfährt ein Medium oder leichte (d. h. 30 %~45 %) Fermentation, gehört somit den Klassikern in der Formosa Teefamilie an.

 

2. Zubereitung, Kung Fu Cha

Was ist Kung Fu Cha (auch bekannt als Gong Fu Cha)?

Kung Fu = Kunst, Technik, Bemühung
Cha = Tee (Umschrift aus Mandarin, das Zeichen für Tee wird "Deé" im Süd Fu Jian-Dialekt und "Tsă" im Kantondialekt gesprochen)

Es handelt sich hier um eine entspannende und gleichzeitig genussvolle Art des Teetrinkens. Oolong Tee mit seinen großen, aufwendig verarbeiteten Blättern eignet sich besonders gut für diese Art der Zubereitung.

Diese hat sich aus den Traditionen der südchinesischen Teeanbauregionen (heute in der Gegend um Zhang Zhou, Provinz Fu Jian) entwickelt.
In China gibt es eine einschlägige, gut 1500 Jahre alte Entwicklungsgeschichte, die eine Vielzahl von Zubereitungsverfahren für Gourmet-Tees hervorgebracht hat.

Tee

Was brauche ich für den Kung Fu ChaTeegenuss?

Der typische Kung Fu Cha (von mir "Oolong Espresso" genannt) benötigt unbedingt eine Umgießkanne oder zumindest einen Umgießprozess.

Das besser geeignete Material der Teekanne ist bei Hochlandtees (z. B. Shan Lin Shi oder Li Shan Oolong etc.) Keramik. Bei klassischen Tees mit etwas mehr Fermentation eignet sich die Kanne aus Ton besser (z. B. Yi Xing Kännchen), nicht zuletzt wegen der besonderen thermischen Entwicklung aufgrund der winzigen Größe der Kannen und der speziell selektierten Tonerde. Die Steinkannen sind aus eigener Erfahrung aufgrund des freisetzbaren Kalks etwas umstritten für den Einsatz einer Kung Fu Cha Zubereitung.

Durch das besondere Material kommen jedoch die jeweiligen Vorzüge der Tees, wie die intensive und subtile Nachsüßung oder der blumig erfrischende Duft, viel leichter zur Geltung. Für Tee mit Blüten könnte man auch eine Glaskanne nehmen, da die Entfaltung des Aromas der Blüten mit einer etwas längeren Ziehzeit (länger als 10 Sek.) ohne besondere Therme-Entwicklung gelingt, trotzdem werden bei aufwendig verarbeiteten Sorten wie z. B. Osmanthus Oolong Teekannen aus Keramik oder Ton empfohlen.

Das richtige Verhältnis: Teemenge: Wassermenge = 1:3 ~ 1:5 (var. nach Eigenschaften des Tees und Ihren Vorlieben). Die üblichen Kung Fu Cha Teekannen sind nur faustgroß.

  1. Aufguss ca. 10~15 Sekunden ziehen lassen => dann in die Umgießkanne einschenken (oder in eine Trinktasse umgießen), anschließend in die kleinen Trinkbecher verteilen.
    (P.S. Manche Teetriner schütten den ersten Tee-Aufguss weg, ich persönlich finde das zu schade. Denn spätestens seit den 90ern wurden fast nur noch maschinellen Tee-Tools wie z.B. Backofen und Rollsieb verwendet und die Sauberkeitsregel bei der Produktion streng eingehalten.)
  2. Aufguss ca. 5~6 Sekunden => umgießen, verteilen
  3. Aufguss ca. 3~4 Sekunden => umgießen, verteilen
  4. Aufguss ca. 3~4 Sekunden => umgießen, verteilen
  5. Aufguss ca. 5~6 Sekunden => umgießen, verteilen
  6. Aufguss ca. 10~15 Sekunden => umgießen, verteilen

Wenn vom Tee langsam kein Duft mehr wahrnehmbar ist, wechseln Sie die Teeblätter. Somit ist ein Vorgang beendet. Mit dieser Anleitung müsste eigentlich jeder einen guten Kung Fu Cha zubereiten können.

Die Wassertemperatur spielt eine sehr entscheidende Rolle für die Qualität der Aufgüsse. Die Normangabe 75-95 °C bietet einen Spielraum, mit dem jeder selbst nach Geschmack experimentieren kann. Mineralwasser ist übrigens nicht immer das Beste für Oolong Tee nach meinen eigenen Erfahrungen, es hängt sehr von den Bestandteilen und den Teesorten ab. Mit einfachen, marktüblichen Wasserfiltern kann man auch gutes Wasser für Kung Fu Cha gewinnen.

Ich kann Sie nur ermuntern: Probieren Sie unter den oben genannten Rahmenbedingungen aus, um Ihre eigene Präferenz zu finden! Denn, es gibt Tees, die allen gleich schmecken, aber was für ein Tee und wie ein Tee Ihnen persönlich am besten schmeckt, müssen Sie selbst herausfinden.

 

Schmeckt Oolong anders als marktübliche Grüntees?

Das ist eine einfache Frage, die Antwort darauf könnte jedoch kompliziert werden.

Oolong Tee unterscheidet sich von den anderen Schwarztee- oder Grünteesorten, da großer Wert auf die Verarbeitung gelegt wird. Für guten Oolong Tee werden im Gegensatz zu den anderen Teesorten zusätzliche Arbeitsschritte benötigt.

In der Regel werden die Fermentation sowie die Röstung bei der Produktion und Verarbeitung des rohen Tees eingesetzt. Dabei ist die Röstung etwas anderes als das reine Erhitzen, das bei Grüntees zum Stoppen chemischer Reaktionen verwendet wird. Bei manchen Sorten, insbesondere denen aus Nan Tou und Umgebung mit Bergen, werden die Blätter zusätzlich noch gerollt, was einer gleichmäßigen Verarbeitung im Blatt und besseren Ästhetik sowie Lagerfähigkeit dient.

Für Oolong Tees von der subtropischen Insel Formosa (Taiwan) setzt man typischerweise diese zwei Verfahren ein. Während die auf dem Markt üblichen Oolong Tees aus China noch überwiegend eher stark fermentiert und geröstet sind, vertreten die taiwanesischen Teebauern seit etwa 40 Jahren eine leichte, blumige Nuance, die durch sehr feine Fermentations- und Röstungsschritte zustande kommt.

 

3. Warum gerade Formosa Oolong?

Die Insel Taiwan, von portugiesischen Seefahrern Ilha Formosa (=schöne Insel) getauft, gilt schon seit langem unter Teeliebhabern als Geheimtipp.
Man spricht oft vom Teeparadies Taiwan und meint damit feinste Oolong Tees, deren unnachahmlicher Duft und raffinierter Geschmack zu den ganz großen Tee-Erlebnissen gezählt werden müssen.

Der dort angebaute Tee galt fälschlicher Weise lange als Grüntee; in Wahrheit handelt es sich um eine eigenständige Verarbeitungsgruppe wie auch eigene Teepflanze. Die außergewöhnliche Vielfalt in Duft und Geschmack verdankt der Oolong Tee einer gleichzeitig aufwendigen wie variantenreichen Verarbeitung. Abhängig vom Fermentationsgrad der Blätter und deren Rösten bzw. Backen werden regelrecht Teekompositionen kreiert.

Taiwanesische Oolongs werden nach ihrem Grad der Fermentation in drei Kategorien eingeteilt:
10-20 % leicht fermentierter Tee ‑ Pouchong
20-35 % fermentierter Tee ‑ Sheng Cha Oolong
40-65 % halb- bis weitfermentierter Tee ‑ Sho Cha Oolong

Den darin enthaltenen Varianten in Geschmack und Duft sind keine Grenzen gesetzt und es ist nicht übertrieben, bei den Ergebnissen von Tee-Kunst zu sprechen. Ein nicht zu unterschlagener Aspekt bei Grün- wie auch Oolong Tees sind deren positive Wirkungen auf das Herzkreislauf- sowie auf das Zentrale Nervensystem.

Bei der Verarbeitung von Grün- wie auch Oolong Tee bleiben Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe erhalten ‑ ein Tatbestand, den kein Schwarztee vorweisen kann.

Autor: Tan Kutay, Teefeinkost Tan, 2004

 

Zubehör, Yi Xing Kännchen

Wie soll man eine neue Yi Xing Teekanne vor der ersten Benutzung behandeln?

Hier ein guter Tipp für die "Behandlung" vor der ersten Anwendung des neuen Kännchens:
Nehmen Sie frisch gebrauchte, feuchte Teeblätter, wobei es auch mit neuem Tee gut geht, der ist hierfür jedoch zu schade, und machen Sie damit ein Wasserbad für das neue Kännchen. Folgende Punkte sind dabei zu beachten:

  1. Die Teekanne muss innen und außen dicht von Teeblättern umgeben sein
  2. Das Wasserbad bei mittlerer Hitze aufkochen und dann 20 min. köcheln lassen
  3. Um Kalkflecken auf der Kanne zu vermeiden, sollte das Kochwasser vorher gefiltert werden, oder man poliert die fertig gekochte Teekanne gründlich mit einem sauberen Tuch

Nach dieser Behandlung hat man ein Teekännchen frei von fremden Gerüchen z. B. aus der Töpferei oder Lagerung.

 

Wieso ist meine "schwarze Perle" nicht pechschwarz?

Der "schwarze" Yi Xing Ton sieht generell nicht pechschwarz aus. Ein dunklerer Ton ist bei Natur-Tonerde kaum möglich. Hier handelt es sich schließlich immer noch um ein altes Handwerk, eine 100 %-ige Kontrolle mit Zusatzfarbstoffen findet hier aus guten Gründen nicht statt. Wir können Ihnen daher leider auch kein richtig pechschwarzes Kännchen anbieten. Das "schwarze" Yi Xing Kännchen wird jedoch durch stetigen Gebrauch fast ausnahmslos dunkler. Dies wird durch Feuchtigkeit, Fettfilme und die Farbpigmente des Tees erreicht.

Es ist seit Jahrhunderten Tradition, dass jede renommierte Yi Xing Töpferei ihre eigenen Rezepte für die Mischung ihrer Tonware erforscht und besitzt.
Jedoch besteht dabei die Basis-Tonerde der Yi Xing Ware (also die Tonerde aus der Gegend Yi Xing, Provinz Jiang Su) immer aus den folgenden drei Farben: Violett ( 紫砂 ,"Zi Sha", sprich Lila-Braun), Rot ( 紅泥 , mehr ein Ziegel-, bzw. warmes Rot) und Grün ( 本山綠泥 , Duan Ni 段泥 , eine etwas zwischen Grau-Grün-Blau liegende Farbgebung).

Die jeweilige Zusammensetzung bestimmt dann die Endfarbe. Eine authentische Yi Xing Teekanne hat keinen synthetischen Zusatz in der Tonerde.
Es ist jedoch eine gängige Methode, den modernen Tonwaren "Farben" in Form von natürlichen Metalloxiden beizumischen (Mangan- oder Kobaltoxide färben zum Beispiel die Tonerde "schwarz".)

Nicht zuletzt hat jede Töpferei einen eigenen Stempel, den sie wie eine Unterschrift meistens auf dem Außenboden oder Henkel der Teekannen eindrückt.

 

5. Tonkannen und Keramik aus Taiwan und China

Tee

Ying Ge – Töpferstadt

Im Norden von Taiwan liegt in der Stadt Neu-Taipeh der kleine Bezirk Ying Ge, berühmt für seine hoch qualitativen Töpferei- und Keramikerzeugnisse. Seit dem 18. Jahrhundert siedelten sich hier chinesische Einwanderer an. Wegen der guten Tonerde entstand eine sehr lebendige Töpfertradition, die bis heute floriert.

In den Gassen und Straßen des Bezirks haben sich über die Zeit mehr als 800 kleinere und größere Töpfer- und Keramikunternehmen niedergelassen.
Überall finden sich kleine Shops, die mit ihren Auslagen Käufer anlocken oder sogar Töpferkurse anbieten. Auch alte Brennereien können besichtigt werden.

Das Töpferhandwerk in Ying Ge war lange eher funktional ausgerichtet. Erst seit den 1970er Jahren begannen sich auch künstlerische Ansätze zu entfalten. Seit 2000 hat Ying Ge ein eigenes Keramikmuseum, das über die Geschichte der Keramikherstellung informiert und auch zeitgenössische Künstler ausstellt.

 

Yi Xing Teekannen von Künstlerin Pan Bo-Hong

Frau Pan Bo-Hong, Jahrgang 1954, stammt aus einer traditionellen Yi Xing-Töpferfamilie.

Von klein auf war sie sehr fasziniert vom Kunsthandwerk der Teekannenherstellung und lernte als Jugendliche bei ihrer Großmutter die Technik der Yi Xing-Töpferkunst. Ab 1975 arbeitete sie in der 1958 eröffneten „Ersten Zi Sha Kunsthandwerkfabrik der Provinz Jiang Su“, welche im Jahr 1997 ihren Betrieb einstellte.

Man sagt, hier gab es die beste Yi Xing-Tonerde in ganz China. Frau Pan wurde als Töpfer-Künstlerin für Yi Xing-Waren ausgebildet und bekam anschließend regelmäßig Unterricht bei dem damals sehr renommierten Meister He Tong-Hong. Aufgrund ihrer Fähigkeiten in der Yi Xing-Kunst wurde sie von Fachkreisen mehrmals als brillante Künstlerin bezeichnet.

Ihre Arbeiten sind besonders wegen ihrer hochqualitativen Fertigung, der eleganten Form, der fließenden Linien und ihrer Ästhetik angesehen.
Ihre Werke wurden auch in einigen chinesischen Zeitschriften der Branche vorgestellt, viele Sammler haben im Laufe der Zeit ihre Arbeiten erworben.

 

6. Glossar

Cha Bezeichnung für das Getränk Tee
Oolong 烏龍 In Taiwan Bezeichnung für eine bestimmte Subsorte des Tees; die teilfermentierten Teeprodukte wie z. B. Tie Guan Yin oder Pao Chung werden nicht als „Oolong“ bezeichnet, wobei der Begriff in der VR China allgemein für teilfermentierte Tees ohne Postfermentation verwendet wird.
Wörtliche Übersetzung: schwarzer Drache.
Lü Cha 綠茶 Grüntee, 0 % Fermentation
Bai Cha 白茶 Weißtee, 10 % Fermentation
Ching Cha 青茶 Blaugrüner Tee, 20~70 % Fermentation
Hong Cha 紅茶 “Roter Tee”, in Europa als Schwarztee bezeichnet, 100 % Fermentation
Hei Cha 黑茶 „Schwarztee“, ca. 100 % Nachfermentation
Huang Cha 黃茶 Gelbtee, 10~20 % Nachfermentation
Matcha od. Matscha 抹茶 Grünteepulver nach japanischer Dampfmethode
Dong Ding od. Tung Ting 凍頂 Name eines Teebergs auf Mitteltaiwan; typische Teeerzeugnisse nach traditionellen Verfahren werden „Dong Ding Tee“ genannt. Daher wurde auch der Ortsname Synonym dieser Teegattung. Eine der wesentlichen Eigenschaften eines trad. Dong Ding Tees ist ein durch etwas mehr Fermentation mehr süffiger und fruchtiger als erfrischend blumiger Geschmack.
Pu Er Cha od. Pu Erh Tee 普洱 Dieser Tee stammt aus dem Verwaltungsgebiet der bezirksfreien Stadt Pu Er in der chinesischen Provinz Yun Nan und soll aufgrund seiner Postfermentation die Synthese von Cholesterin hemmen. Bekannt ist, dass die Tibeter seit jeher neben ihrer einseitigen Nahrung aus tierischem Eiweiß und Getreide regelmäßig Pu Er Tee trinken.
Kung Fu Cha od.
Gong Fu Cha
功夫茶v.s.
工夫茶
Kung Fu = Kunst, Technik, Bemühung; Cha = Tee
(Umschrift aus dem Mandarin; das Zeichen für Tee wird "Deé" im Süd Fu Jian-Dialekt und "Tsă" im Kantondialekt gesprochen.)
Deé „Tee“ im Süd Fu Jian-Dialekt
Tsă „Tee“ im Kantondialekt
Zhang Zhou 漳州 Laut chinesischen Quellen aus dem 18. Jh. waren die Menschen aus Zhang Zhou in der Qing Dynastie die ersten, die kleine Tonkannen für die Teezubereitung genutzt haben.
Fu Jian 福建 Ursprungsheimat (Provinz) der meisten Taiwanbewohner ab Mitte des 18. Jh. 
Yi Xing 宜興 Bekannteste Stadt Chinas für Tonerde
Nan Tou 南投 Wichtigstes Anbaugebiet Taiwans
Insel Formosa 福爾摩莎 Der Legende nach sollen portugiesische Seefahrer im 16. Jh. beim Queren des Pazifiks an der Insel Taiwan „Ilha Formosa (dt.: Schöne Insel)“ ausgerufen haben.